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VHS-PORTRAIT Kanu-Reisen mit Iris Hannuschka

Südwest Presse Bericht von JUTTA KRIEGLER

Auf Flüssen durch wilde Wälder

Reiseleiterin bietet Kanada, Schweden und auch die heimische Umgebung an

Mit Iris Hannuschka und der Volkshochschule kann man nach Kanada reisen und dort per Kanu den Grass-River hinunter paddeln. Es locken rauschende Wasser, wilde Lagerfeuer an menschenleeren Ufern und ein Besuch im Indianerdorf samt stilechter Übernachtung im Tipi. 

LAICHINGEN/BLAUBEUREN: "Im Kanu kann man die Natur viel ursprünglich und direkter erleben als im Auto oder im Bus", meint Iris Hannuschka. Still gleiten die Kanus über das klare Wasser. Kein Motorengeräusch übertönt das Rauschen der Wälder. Keine Parkplatzgebühren, keine Souvenir-Läden, keine Supermärkte stören das UrIaubsgefühl: Alle Lebensmittel für die l4tägige Tour schwimmen im Kanu mit. 
Die Teilnehmer beschränken sich aufs Wesentliche und verzichten bewußt aufs Gewohnte. Wenn etwas fehlt oder kaputtgeht, wird improvisiert: Eine zerbrochene Zeltstange wird flugs durch einen geschnitzten Stecken ersetzt. ,,Arbeiten wie Holzhacken, Feuermachen oder Kochen haben in so einer Umgebung einen eigenen Reiz", erzählt ,,Reiseleiterin" Iris Hannuschka: Der etwas andere Alltag mache die Natur wieder sinnlich erfahrbar. Auch auf dem Wasser steht das Naturerlebnis im Mittelpunkt.
Sportliche Höchstleistungen werden nicht erwartet Der offene Kanadier, ein bequemes Boot für zwei bis drei Leute, ist auch für Anfänger geeignet. Geplante Ruhetage sollen für Entspannung sorgen und Zeit zum Schwimmen, Wandern oder Lesen bieten. Besonders geschätzt seien die Lagerfeuer am Abend. ,,Die richtige Stimmung kommt in dieser wildromantischen Umgebung ganz von selbst", meint Hannuschka. 
Sie nehme sich als "Leiterin" bewußt zurück: Die meisten in der Gruppe wollten unbefangen und frei mit eigenen Augen die Wildnis entdecken und genießen. Wichtig sei jedoch eine gute Planung: Kanus samt Ausrüstung und Verpflegung seien ihr Part. 

Andere Kulturen 

Einblick in eine andere Kultur bietet der Besuch im Tipi-Dorf der Swomby-Cree-Indianer. Ganz so ursprünglich wie zur Einwanderungszeit der Weißen geht es dort nicht mehr zu: Der kanadischen Regierung war daran gelegen. die Nachfahren der Indianer zu "integrieren". Doch seit zehn Jahren pflegen einige von ihnen wieder intensiv ihre alten Bräuche und zeigen Besuchern, wie es in einem Tipi-Dorf früher einmal zuging.
Alle zwei Jahre reist Iris Hannuschka mit 10 bis 20 Leuten nach Kanada, darunter ein harter Kern von Leuten, die immer wieder mitfahren. Die meisten Paddler sind Singles, die in der Natur Abstand zum Berufsalltag suchen. ,,Wir sind aber immer offen für neue Gesichter", sagt Hannuschka und lacht: Mit ihren Reisen habe sie mindestens eine Ehe gestiftet. Das Paar inzwischen Kinder und könne daher leider nicht mehr mitfahren. 
Beliebt seien auch ihre Schwedenreisen, sagt Hannuschka. Sie finden im Wechsel mit Kanada statt. Im Zielgebiet Dasland lockt eine Kette von Seen, die durch Schleusen verbunden sind. Ebenso wie in Kanada sind die Sommer sonnig und heiß, aber nie schwül. 

Touren in der Umgebung 

Iris Hannuschka bietet auch Touren in heimischer Umgebung an, darunter Wochenenden oder Kurzferien auf Bodensee, Jagst, Hochrhein oder im Altmühltal. Nur ein Teil der Reisen wird über die vhs angeboten. 
Iris Hannuschka sieht sich jedoch nicht als professionelle Reiseunternehmerin: ,,Mir geht's um den Spaß an der Sache", sagt die ausgebildete Fachlehrerin, die an den Grund- und Hautschulen in Westerheim und Allmendingen Technik Sport, Textiles Werken und Hauswirtschaft unterrichtet hat. Schule und Studium hat sie in Karlsruhe absolviert. Vor 14 Jahren zog sie nach Blaubeuren. Seit dieser Zeit ist sie auch bei der vhs aktiv. 
Angefangen hat die ehemalige Turniertänzerin an der vhs mit Rock'n Roll-Kursen. Später hat sie das Angebot auf klassische Standard- und Lateintänze ausgeweitet und trainierte zeitweise 40 Paare in drei Gruppen. Auf die Idee mit den Kanureisen kam sie durch eine Fahrt mit einer Flensburger Gruppe, damals war sie selbst noch Anfängerin. Ihre Begeisterung war groß, so daß sie etwas ähnliches von Süddeutschland aus starten wollte. 

Iris Hannuschka liebt Wasser und Wildnis.

 

© 2002, 2009 by Iris Hannuschka & Hans Fröhlich, zuletzt geändert am 28. Dezember 2009